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Archiv 'Neues aus der Geschäftswelt'


09.Aug.2026
Amigaworld.net (Forum)


Amiga Corporation: Neues altes Logo / Überarbeitete Webseite geplant
Nach der vor wenigen Tagen offiziell verkündeten Einigung im Rechtsstreit mit Hyperion Entertainment gab es seitens der Amiga Corporation im Rahmen der Veranstaltung Kickstart UK zwar noch keine weiteren größeren Bekanntmachungen, aber Besucherberichten zufolge findet künftig wieder das bereits in der erwähnten Pressemitteilung auftauchende Checkmark-Logo Verwendung.

Daneben solle es bis zum Jahresende endlich eine richtige Webseite des Unternehmens geben, die dann auch historische Materialien bereitstellen werde - etwa die sechs Versionen des Boing-Ball-Demos, die sie besitzen. (snx)

[Meldung: 09. Aug. 2026, 08:14] [Kommentare: 0]
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04.Aug.2026



Außergerichtlicher Vergleich zwischen Amiga und Hyperion öffentlich einsehbar
Heute Vormittag hatten die Amiga Corporation und Hyperion die Unterzeichnung einer außergerichtlichen Einigung bekanntgegeben. Der Grund dafür war offensichtlich, dass der unterschriebene Vertrag heute im Rahmen eines Antrags zur Einstellung des Gerichtsverfahrens in den USA öffentlich zugänglich wurde.

Wir haben uns den Vertrag (PDF), der Hyperions altes Abkommen mit Amiga Inc. von 2009 ersetzt, angesehen und versucht die wichtigsten Punkte kurz zusammenzufassen. Es sei darauf hingewiesen, dass wir uns auf die Hauptthemen beschränkt haben: der eigentliche Vertrag geht erheblich mehr ins Detail und enthält diverse weitere Auflagen, vor allem für Hyperion.

Warenzeichen

Die Frage der Warenzeichen - der ursprüngliche Auslöser für den Rechtsstreit - ist geklärt: Hyperion erkennt das Eigentum von Amiga an allen relevanten Amiga Warenzeichen an. Die über 20 weltweit von Hyperion beantragten oder bereits erfolgten Registrierungen von "Kickstart", "Workbench", "AmigaOS" "BoingBall" und weiteren Marken werden an die Amiga Corporation übergeben.

AmigaOS 4

AmigaOS 4 bleibt Hyperions Eigentum und darf weiter wie gewohnt vertrieben werden, ohne dass irgendwelche Lizenzgebühren fällig werden. Dazu erhält das Unternehmen eine Lizenz zur Nutzung des AmigaOS-3.1-Quelltextes sowie eine exklusive Lizenz für das "AmigaOne"-Warenezeichen und nicht-exklusive Lizenzen für die Marken "AmigaOS" und BoingBall. Auch die Begriffe "Workbench" und "Kickstart" darf man verwenden, um die besagten Bestandteile des Betriebssystems zu bezeichnen. Außerdem darf AmigaOS 3.1 als Bestandteil von AmigaOS 4 vertrieben werden, um Kompatibilität mit älterer Software herzustellen.

Neu ist, dass die Lizenz ausdrücklich die Unterstützung beliebiger Prozessoren - außer m68k, s.u. - billigt, AmigaOS 4 ist nicht mehr an den PowerPC gebunden. Die Hyperion hier garantierten Rechte sind - beispielsweise im Falle einer Auflösung des Unternehmens oder der Fusion mit einer anderen Partei - nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung durch Amiga übertragbar.

AmigaOS 3

Erstmals erhält Hyperion auch eine ausdrückliche Lizenz zum Vertrieb von AmigaOS 3.2 sowie dem noch nicht veröffentlichten AmigaOS 3.3 - diese endet aber am 31. Dezember 2027, danach muss Hyperion sich aus dem 68k-Markt zurückziehen.

Ein Verkauf dieser OS-Versionen ist nur als Update für Systeme mit bereits installiertem AmigaOS erlaubt - für Retro-Konsolen oder den digitalen Vertrieb fertig spielbarer Amiga-Klassiker kann die Lizenz deswegen nicht verwendet werden. Ansonsten gelten für die Nutzung von Amigas Warenzeichen und 3.1-Quelltext die gleichen Bedingungen wie für AmigaOS 4.

An den Verkäufen von 3.2 und 3.3 verdient die Amiga Corporation mit: Pro verkaufter digitaler oder physikalischer Kopie wird eine Lizenzgebühr fällig. Die genaue Höhe der Abgaben ist allerdings in dem uns vorliegenden Dokument geschwärzt (bzw. geweißt).

Nach dem Rückzug aus dem 68k-Markt muss Hyperion Quelltext seiner OS3-Versionen an Amiga übergeben, der von AmigaOS 4 rückportierte Code ist hiervon aber ausdrücklich ausgenommen. Welche Versionen von OS3 davon betroffen sind, ist uns dabei nicht ganz klar:

In Sektion 1.n ist die der Amiga Corporation gehörende "Software" definiert als "AmigaOS 3.1 [sowie] alle Verbesserungen, Modifikationen, Fixes und Updates davon, inklusive aber nicht beschränkt auf AmigaOS 3.1.3 und 3.1.4 und alle Fixes und Updates davon" definiert. Das würde 3.2 und 3.3 vermutlich einschließen, die dann - abzüglich des von OS4 rückportierten Codes - Ende 2027 an Amiga übergeben werden müssten. In Abschnitt 7.a.i heißt es jedoch, Hyperion habe keinerlei Verpflichtung, Amiga den Quellcode für AmigaOS 3.2 oder AmigaOS 3.3 zur Verfügung zu stellen.

Wir haben diesbezüglich bei Mike Battilana von der Amiga Corporation nachgefragt und werden die Zusammenfassung ggfs. entsprechend ergänzen.

Um sicherzustellen, dass Amiga die Entwicklung von AmigaOS 3 nach Hyperions Ausscheiden fortführen kann, muss Hyperion beim Rückzug alle am Projekt beteiligten Entwickler von entsprechenden Verpflichtungen gegenüber dem belgischen Unternehmen freistellen, außerdem darf man ab sofort keine neuen Vereinbarungen mit externen Entwicklern mehr eingehen, bei denen der jeweilige Entwickler Rechte an seiner abgelieferten Arbeit behält. (cg)

[Meldung: 04. Aug. 2026, 19:25] [Kommentare: 39 - 11. Aug. 2026, 00:49]
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23.Jul.2026



"Apollo Vampire Lair" vertreibt Schwarzkopien von "Robin Hood"
Apollo Vampire Lair ist ein beim Finanzdienstleister ko-fi.com gehostetes Abo-Modell für den Vertrieb von Apollo-spezifischer Software, dessen Betreiber nirgendwo genannt werden. Für einen monatlichen Obolus von 3, 6 oder 9 Euro erhalten Mitglieder Zugriff auf exklusive Software für Apollo-basierte Rechner. Glaubt man den Verlautbarungen des Anbieters, dürften mit den Beiträgen der Unterstützer monatlich an die 2000 Euro eignenommen werden: In einem älteren Post ist von "200 Unterstützern, die monatlich 1200 Euro Einnahmen generieren" die Rede, in einem aktuellen Eintrag begrüßt man das 333. Mitglied.

Im Shop werden die Produkte aufgeführt, auf die zahlende Unterstützer exklusiv Zugriff erhalten. Darunter sind Updates für ehemals kostenlos vertriebene Tools, Portierungen von Linux-Spielen, eine Handvoll nützlicher Helfer für Apollo-Besitzer - und Demoversionen einer Apollo-Portierung von Robin Hood: Legend of Sherwood.

Dieses Echtzeit-Taktikspiel von Spellbound wurde 2006 von Runesoft für MorphOS umgesetzt. Zuständiger Programmierer damals: Gunnar von Boehn, heute Kopf des Apollo-Projekts. 2023 hatte Willem Drijver vom Apollo-Team bekanntgegeben, dass er an einer Portierung des Titels auf die Apollo-Hardware arbeitet. Gunnar von Boehn, der die dafür notwendigen Quelltexte bereitgestellt hatte, bestätigte damals auf Nachfrage von amiga-news.de, dass man in Kontakt mit den Rechteinhabern sei und einen kommerziellen Vertrieb plane.

In den drei Jahren seit dieser Ankündigung sind in schöner Regelmäßigkeit neue Videos erschienen, die den aktuellen Stand dokumentieren sollen. Außerdem gab es mehrfach Verlautbarungen zum Stand der Verhandlungen mit dem Rechteinhaber. Zuletzt hieß es Anfang November, dass sich die Lizenzierung wegen des Wechsels der Kontaktperson beim Publisher verzögere und die Veröffentlichung von Robin Hood sich auf das erste Quartal 2026 verschiebe.

Nachdem mehrere Nutzer uns bestätigten, dass Apollo Vampire Lair bereits Demoversionen von Robin Hood vertreibt, und zunehmend auch entsprechende Äußerungen in Amiga-Foren zu finden sind (Beispiel), haben wir nachgefragt, ob denn zwischenzeitlich eine Lizenz vorliegt. Gunnar von Boehn, der ja ursprünglich den Quelltext zur Verfügung gestellt hatte - widerrechtlich, wie sich bald herausstellen sollte - verwies uns lediglich ohne weitere Erläuterungen an die anonyme Kontaktadresse info@apollo-vampire-lair.com, eine erneute Nachfrage wurde ignoriert.

Auf eine entsprechende Anfrage an die genannte Adresse erhielten wir Antwort von Willem Drijver. Nein, eine Lizenz für den Vertrieb von Robin Hood habe man nicht. Auf unser erstauntes Nachhaken, ob er uns gerade offiziell bestätigt habe, dass er Schwarzkopien gegen Geld vertreibe, kam die lapidare Rückmeldung, dass er die Verwunderung nicht verstehe, aber gerne für "weitere Fragen zum eigentliche Spiel" zur Verfügung stehe.

Auch Maxime Geraci vom französische Publisher Microids, bei dem die Rechte an "Robin Hood" inzwischen liegen, bestätigt uns, dass keine entsprechende Lizenz vorliegt: Das von uns beschriebene Apollo-Projekt ist dort nicht bekannt, Robin Hood habe weiterhin kommerziellen Status und man behalte sich rechtliche Schritte vor.

Sieht man sich die im Shop von Apollo Vampire Lair aufgeführten Produkte an, stößt man auf weitere aus urheberrechtlicher Sicht fragwürdige Angebote: Mit "ApolloBoot" wird eine Serie von Tools angeboten, die unter UAE bootfähige Medien für die Apollo-Hardware erstellen - mit einer, drei oder gleich allen zehn verfügbaren Betriebssystem-Optionen. Eine der auswählbaren Optionen ist ein alter Bekannter: "Coffin OS" ist im Wesentlichen eine leicht an Apollo angepasste Schwarzkopie von AmigaOS 3.9. Auch die noch kommerziell vertriebenen Produkte AmigaOS 3.2.3 und AmiKit kann man sich so ohne große Umstände mit Apollo-Boot auf ein Bootlaufwerk installieren lassen. Hier muss man die entsprechenden, urheberrechtlich geschützten Bestandteile jedoch selbst beibringen - es sei denn, man kann dem Team von Apollo Vampire Lair mittels Kaufbeleg nachweisen, dass man im Besitz einer Lizenz ist: Dann enthält der Download bereits alle notwendigen Komponenten.

Benny Damsgaard von Hyperion teilt uns mit, dass diese Vorgehensweise durch die Lizenzbestimmungen von AmigaOS 3.2.3 nicht gedeckt sei. Abgesehen davon sei 3.2.3 nur für die Nutzung auf Geräten lizensiert, auf denen bereits ein älteres AmigaOS installiert ist. Hyperion wisse nicht, wer hinter Apollo Vampire Lair steckt, werde den Verstoß gegen Hyperions Rechte jedoch bei ko-fi.com melden.

Hinweis der Redaktion: amiga-news.de stellt hiermit die Berichterstattung zu Apollo Vampire Lair ein. Auch zu exklusiv dort vertriebener Software wird es deswegen in Zukunft keine Meldungen mehr geben. (cg)

[Meldung: 23. Jul. 2026, 22:04] [Kommentare: 45 - 28. Jul. 2026, 17:27]
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