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Archiv 'Neues aus der Geschäftswelt'


12.Jul.2026



Update zum Rechtsstreit zwischen Hyperion und Amiga
Ende März hatten Hyperion und die Amiga Corporation übereinstimmend bekanntgegeben, dass man erneut Verhandlungen über eine außergerichtliche Vereinbarung aufgenommen habe. Am 30. April beantragte (PDF) die Amiga Corporation im Gerichtsverfahren Hyperion Entertainment CVBA v. Itec, LLC et al. die Einstellung des Verfahrens. Ein "dismissal without prejudice" - also mit der Option für alle Beteiligten, später ein erneutes Verfahren zur selben Streitsache zu eröffnen. Grund für den Antrag: Die beiden Parteien hätten bereits Verhandlungen zu einer außergerichtlichen Einigung aufgenommen.

Die wichtigsten Punkte des Antrags:
  • Amigas Anwalt reicht den Antrag im Namen beider Parteien ein. Hyperion, das jahrelang Probleme hatte, anwaltlichen Beistand vorzuweisen, habe jetzt entschieden, keine neuen Anwälte mehr anzuwerben. Hyperions neuer Direktor Timothy de Groote habe sein Einverständnis erklärt und wünsche lediglich, Kopien der Schriftstücke zu erhalten.
  • Als Anhang ist dem Antrag eine von beiden Parteien zwei Tage zuvor unterschriebene Vereinbarung zur Vorbereitung einer Einigung (PDF) beigefügt. In dieser erkennt Hyperion an, dass Amiga im Rahmen des alten Einigungsvertrags von 2009 jetzt Hyperions neuer Lizenzgeber ist und die gleichen Rechte bspw. bezüglich der Ahndung von Urheberrechtsverstößen hat wie der Vorgänger Amiga, Inc.
  • Während Hyperion ursprünglich versucht hatte, diverse Marken selbst zu registrieren ("AmigaOne", "AmigaOS", "Workbench"), wird in der Vereinbarung anerkannt, dass die Amiga Corporation rechtmäßiger Eigentümer aller Amiga-Markenzeichen sei.
  • Sollte die Einigungsverhandlungen scheitern und der Rechtsstreit wieder aufgenommen werden, sei die Amiga Corporation alleiniger Ansprechpartner für Hyperion - ursprünglich hatte Hyperion versucht, alle der diversen Briefkasten-Firmen aus der McEwen-Ära (Amino, Amiga Inc., Itec) in den Rechtsstreit mit hineinzuziehen.
Als Frist setzen sich Amiga und Hyperion in ihrer "Vereinbarung zur Vorbereitung einer Einigung" den 30. Juni. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, haben beide Parteien das Recht, die Gerichtsverhandlung wieder aufzunehmen - allerdings unter den dann durch die vorläufige Vereinbarung wie oben beschrieben geänderten Voraussetzungen.

Pünktlich zum Monatswechsel - also nach Ablauf der oben genannten Frist - hat Hyperion den digitalen Vertrieb von AmigaOS 3.2 wieder eingestellt. Der entsprechende Eintrag ist von der offiziellen Seite verschwunden; sucht man in der Kopie bei archive.org vom Mai den entsprechenden Link heraus, landet man auf einer leeren Seite bei 2checkout.com. Ob diese Maßnahme auf ein Scheitern der Einigungsverhandlungen hindeutet oder Bestandteil einer tatsächlich erzielten außergerichtlichen Einigung ist, ist derzeit unklar.

Anmerkung der Redaktion: Mike Battilana wollte sich gegenüber amiga-news.de nicht zum aktuellen Stand der Verhandlungen äußern, was es in unseren Augen ziemlich unwahrscheinlich macht, dass bereits eine Einigung erzielt wurde. (cg)

[Meldung: 12. Jul. 2026, 20:45] [Kommentare: 14 - 13. Jul. 2026, 18:23]
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16.Jun.2026



Commodore: Minimalistisches Klapphandy "Callback" angekündigt
Commodore, das unter neuer Geschäftsführung kürzlich einen Neustart der Marke gewagt und den C64 Ultimate als Neuauflage veröffentlicht hat, hat mit dem Callback 8020 ein neues Klapphandy angekündigt, das bewusst auf Funktionen klassischer Smartphones verzichtet: Browser, Social Media, E-Mail und Arbeits-Apps fehlen komplett, der Touchscreen ist standardmäßig deaktiviert. Das Gerät läuft mit Sailfish OS, das in Zusammenarbeit mit Jolla entwickelt wurde, und soll laut Hersteller über 99 Prozent der Android-Apps in einer Sandbox-Umgebung ausführen können. Ein Produktvideo ist auf YouTube verfügbar.

Ausgestattet ist das Callback mit einer 48-Megapixel-Kamera, einem audiophilen DAC für HD-Audio, FM-Radio und mitgelieferten In-Ear-Kopfhörern. Als Hommage an die Markengeschichte enthält das Telefon Klingeltöne basierend auf dem SID-Chip des Commodore 64, eine Auswahl klassischer C64-Spiele sowie eine Fernsteuerungsfunktion für den Commodore 64 Ultimate.

Mit Preisen ab 499 US-Dollar für die Basisversion bewegt sich das Callback für ein bewusst funktionsreduziertes Gerät in einem durchaus sportlichen Preissegment. Vorbestellungen sind ab dem 30. Juni 2026 möglich. (nba)

[Meldung: 16. Jun. 2026, 14:51] [Kommentare: 57 - 07. Jul. 2026, 12:57]
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10.Mai.2026
Retro Buddys (E-Mail)


RPROM: 7-fach-Kickstart-Umschalter nun auch im Handel erhältlich
RPROM von Niklas Ekström und Per Bengtsson ist ein ROM-Emulator für die Amiga-Modelle 500, 600 und 2000 auf Basis des Mikrocontrollers RP2350B (amiga-news.de berichtete). Für diejenigen, die nicht selber löten möchten, kann RPROM nun auch fertig im Handel erworben werden.

Der Kickstart-Umschalter bietet Platz für bis zu sieben Kickstart-ROM-Abbilder. Für die Programmierung ist ein Windows-, MacOS- oder Linux-Rechner erforderlich. Eine Version für den Amiga 1200, 3000 und 4000 ist in Vorbereitung; für diese Modelle werden dann jeweils zwei RPROMs benötigt. (snx)

[Meldung: 10. Mai. 2026, 07:46] [Kommentare: 4 - 12. Mai. 2026, 09:05]
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